Laufende Projekte


Rückverfolgbarkeit zum Ursprungsland bzw. Herkunftsort von Fleisch

panthermedia_13373772_S_Razvodovskij_fleisch_600

Abb. 1

Im Jahr 2019 wurde das Projekt zur Auslobung des Ursprungslandes bzw. Herkunftsortes von frischem Fleisch vom LKL BW aufgenommen.
In der Vergangenheit war bei Betriebskontrollen festgestellt worden, dass vereinzelt Geflügel- und Lammfleisch mit falschen Herkunftsangaben in den Verkehr gebracht worden ist. Es wird vermutet, dass Metzgereien, Gemeinschaftsverpflegungen und Endkunden z.B. auf Wochenmärkten mit falsch etikettierter Ware beliefert werden. Im Rahmen des Projektes soll geprüft werden, ob die Herkunftsangaben von Fleischwaren mit der Herkunft des Fleisches übereinstimmen. Ein Schwerpunkt ist dabei die Überprüfung der Zwischenhändler, die Ware lose beziehen, diese verpacken, kennzeichnen und schließlich an ihre Kunden abgeben.

Gesundheitsbezogene Angaben bei Nahrungsergänzungsmitteln

Im Einzelhandel und im Internet werden eine Vielzahl von Produkten unter der Bezeichnung Nahrungsergänzungsmittel angeboten. Anders als Arzneimittel bedürfen diese Produkte keiner Zulassung, ihr Inverkehrbringen muss der zuständigen Behörde nur angezeigt werden. Seit März 2017 kontrolliert das LKL BW gemeinsam mit den Sachverständigen der Chemischen und Veterinäruntersuchungsämter Betriebe, die Nahrungsergänzungsmittel herstellen und vertreiben.

Wie alle Lebensmittel müssen auch Nahrungsergänzungsmittel in erster Linie sicher sein, d.h. sie dürfen keine Stoffe enthalten, die den Verbraucher schädigen können. Und sie müssen Vitamine, Mineralien und andere Nährstoffe in solchen Konzentrationen enthalten, wie sie mit dem alltäglichen Essen nicht aufgenommen werden können. Nur dann sind sie geeignet, die Ernährung zu ergänzen. Der überwiegende Teil der untersuchten Produkte erfüllt diese Anforderungen.

Der Markt für Nahrungsergänzungsmittel ist hart umkämpft, und die Verbraucher/innen sollen durch Aussagen zu gesundheitsfördernden Effekten zum Kauf animiert werden. Diese sogenannten „Health Claims“ hat die EU in einer Verordnung geregelt, die seit Mitte 2007 gültig ist. Das LKL BW und die Sachverständigen der Chemischen und Veterinäruntersuchungsämter prüfen, ob die Werbe- und sonstigen Aussagen rechtskonform sind. Hier gab es mehrfach Beanstandungen.

panthermedia_B14113586_Pille_mit_Kraeutern_Quelle_panthermedia.net_sammep_600

Abb. 2                      

GMP, Sicherheit und der Umgang mit Spuren verbotener Stoffe bei Kosmetik


panthermedia_B129381138_5472x3648

Abb. 3

Die Sicherheit von kosmetischen Mitteln muss gewährleistet sein, und diese müssen nach guter Herstellungspraxis (GMP) hergestellt werden. Neben vielen anderen Regelungen enthält die EU-Kosmetikverordnung (VO (EG) Nr. 1223/2009) eine Liste von Stoffen, die in kosmetischen Mitteln nicht enthalten sein dürfen. Jedoch ist die unbeabsichtigte Anwesenheit kleiner Mengen einer verbotenen Substanz erlaubt, wenn diese bei guter Herstellungspraxis (GMP) technisch nicht zu vermeiden ist und das kosmetische Mittel sicher für die menschliche Gesundheit ist. In Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden führte das LKL BW im Jahr 2018 neun Betriebskontrollen bei Herstellern von kosmetischen Mitteln durch, sieben davon gemeinsam mit den Sachverständigen des CVUA Karlsruhe.

Die Kontrollen zeigten, dass die Mehrzahl der Hersteller die grundlegenden Anforderungen an die GMP berücksichtigten, die Umsetzung war jedoch in Teilbereichen nicht ausreichend. Weitere Auffälligkeiten ergaben sich bei Spezifikationen und Prüfungen für Rohstoffe sowie für Zwischen- und Endprodukte, insbesondere im Bereich Mikrobiologie. Die Anforderungen an die Sicherheit der Produkte, Produktunterlagen und Meldepflichten wurden von der Mehrzahl der Betriebe umgesetzt. Drei Firmen konnten jedoch für bis zu 10 % aller Produkte keine Sicherheitsberichte gemäß den rechtlichen Vorgaben vorlegen. Der Umgang mit der Thematik Spuren verbotener Stoffe wurde bei der Mehrzahl der Firmen als nicht ausreichend beurteilt. 

Vorprojekt Rückverfolgbarkeit von Warenströmen für Tierische Nebenprodukte

Dieses Vorprojekt sollte einen ersten Überblick über die Warenströme von tierischen Nebenprodukten (TNP) in Baden-Württemberg liefern. Dafür wurden verschiedene TNP-verarbeitende Betriebe besucht und deren Dokumentation zur Gewährleistung der Produktrückverfolgbarkeit überprüft.

Die Dokumentationen waren trotz unterschiedlicher Systeme allesamt schlüssig und lieferten die benötigten Informationen in angemessener Zeit. TNP-Material und lebensmitteltaugliche Ware waren in allen Betrieben klar getrennt. Wenn es zu einer Abwertung von Produkten in Lebensmittelqualität zu TNP kam, war dies stets gut dokumentiert und schlüssig.

Aufgrund der Komplexität der Warenwege und der zahlreichen Verwendungsmöglichkeiten von TNP lassen sich mit den bisherigen Erkenntnissen keine Aussagen zur Gesamtsituation treffen. Für ein verwertbares und aussagekräftiges Ergebnis sind weitere Betriebsbesuche nötig.

 
Abb. 4
Abb. 4

Hygienestatus und Eigenkontrollsysteme von Großküchen

Wer 2000 bis 3000 Essen pro Tag herstellt, muss besonders sorgfältig auf die Sicherheit seiner Mahlzeiten achten. Insbesondere dann, wenn er empfindliche Verbraucher-gruppen beliefert. Dazu gehören Kinder unter sechs Jahren genauso wie kranke Menschen oder Personen in Alten- und Pflegeheimen.
 

Das LKL BW hat seit 2018 Großküchen kontrolliert, die Kindertagesstätten, Schulen, Pflegeheime und Krankenhäuser beliefern. Die Verpflegungsformen reichten von der warmen Abgabe direkt nach dem Kochen, über die „Cook & Chill“ Variante, bis zum „Essen auf Rädern“ für Senioren.
 

Das erfreuliche Ergebnis bisher: die allermeisten der kontrollierten Küchen liefern ihren Kunden sichere Produkte. Die Sauberkeit und Hygiene in den Küchen ist sehr gut bis gut. Die Speisen werden ausreichend erhitzt. Die Kühltemperaturen genügen den gesetzlichen Vorgaben. Die Herkunft der eingesetzten Zutaten lässt sich eindeutig nachweisen. Durch Eigenkontrollen und Rückstellproben kann der Koch die gleichbleibende Unbedenklichkeit seiner Mahlzeiten nachweisen.