Abgeschlossene Projekte


Rückverfolgbarkeit zur Herkunft und Echtheit von Spargel

Die regionale Herkunft von Lebensmitteln spielt für Verbraucherinnen und Verbraucher eine wichtige Rolle. Auch bei Spargel ist dieser Trend zu beobachten. „Badischer Spargel“, „Schwetzinger Spargel“ oder „Bruchsaler Spargel“ sind nur einige regionale Auslobungen, die während der Spargelsaison an den Verkaufsständen zu finden sind. Bedingt durch den arbeits- und pflegeintensiven Anbau handelt es sich bei Spargel um ein hochpreisiges Gemüse. Verbraucherinnen und Verbraucher sind dazu bereit, für regionale Ware einen höheren Preis zu bezahlen. Vor allem zu Beginn der Spargel-Saison, wenn der Preis für regionale Ware aufgrund der noch geringen Erntemengen relativ hoch ist, ist das theoretische Betrugspotential hoch, günstigere ausländische Ware als regionale Ware zu verkaufen. panthermedia_24298500_spargel
Abb. 1

Ziel der Lebensmittelüberwachung ist es daher, sowohl die Verbraucher als auch die redlichen Erzeuger vor irreführenden Angaben bezüglich „regional“ beworbenen Spargels zu schützen.
Im Rahmen des Projektes wurden in acht Landkreisen in Baden-Württemberg durch die zuständigen Behörden, vom LKL BW koordiniert, bei verschiedenen Erzeugern und in der Gastronomie Proben zur Untersuchung erhoben. Zusätzlich wurde Spargel frisch vom Feld gestochen, der zur Erstellung einer Referenzproben-Datenbank am Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Freiburg untersucht wurde. Anhand dieser Referenzproben können die von Spargelständen oder aus der Gastronomie erhobenen und als regional ausgelobten Spargelproben miteinander verglichen, auf Plausibilität geprüft und beurteilt werden.

Neben den Probenahmen führte das LKL BW im Rahmen des Projektes Kontrollen in drei Betrieben durch. Dabei wurden die Rückverfolgbarkeit im Betrieb sowie der Verlauf der Warenströme anhand von Lieferscheinen überprüft. Bei den Kontrollen konnten keine Abweichungen bei der Rückverfolgbarkeit festgestellt werden. Die rechtlichen Anforderungen wurden erfüllt.
Anhand der Laborergebnisse des CVUA in Kombination mit der Dokumentenkontrolle durch das LKL BW konnte in zwei Fällen eine falsche regionale Auslobung erkannt werden.

 

Rückverfolgbarkeit und Regionale Auslobungen von Lebensmitteln

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Abb. 2
Das Projekt „Rückverfolgbarkeit und Zuverlässigkeit der Auslobung von Lebensmitteln als regionale Lebensmittel“ war eines der ersten, mit denen der Beirat das LKL BW kurz nach seiner Gründung beauftragte. Im Jahr 2016 wurden 45 Betriebe unterschiedlicher Branchen kontrolliert. Die Prüfung der Plausibilität von regionalen Produktauslobungen erfolgte mittels Rückverfolgung der Warenströme. Die korrekte Auslobung wurde am Beispiel zufällig ausgewählter Produkte mit regionaler Auslobung bearbeitet. Beim Großteil der geprüften Produkte war die Auslobung „regional“ korrekt. Allerdings wurden bei Fruchtsäften und daraus hergestellten Produkten vermehrt Kennzeichnungsmängel bezüglich der regionalen Auslobung festgestellt. Es wurde beispielsweise festgestellt, dass der Saft unterschiedlicher Streuobstinitiativen beim Safthersteller im gleichen Tank landete. Aus Sicht der Safthersteller handelte es sich um „gleiche Qualitäten“, jedoch waren die Werbeaussagen damit als irreführend einzustufen.

Im Jahr 2017 wurde der Schwerpunkt des Projekts auf regional vermarktete Säfte und Schorlen sowie die Verwendung von „regional“ als Verkaufsargument im Einzelhandel gelegt. Es wurden insgesamt 30 Kontrollen durchgeführt. Aufgrund der erheblichen Ernteausfälle unter anderem bei Äpfeln im Jahr 2017 wurde das Projekt 2018 fortgeführt.

Insgesamt 10 Fruchtsafthersteller und 17 Lebensmitteleinzelhandelsfilialen wurden im Jahre 2018 kontrolliert. Bei 60 % der Fruchtsafthersteller wurden Auffälligkeiten in Bezug auf die Plausibilität festgestellt. Dies beruhte meist auf Lücken in der Dokumentation, wodurch die regionale Herkunft nicht vollständig nachvollziehbar war. Bei den Kontrollen im Einzelhandel fiel auf, dass die Werbung und Auslobung sich auf diverse Siegel und Label stützt. Dabei handelte es sich sowohl um offizielle Siegel (z.B. des Landes Baden-Württemberg), als auch um Eigenlogos der Einzelhandelsketten. Die Kriterien zur Vergabe der Eigenlogos sind meist nicht eindeutig definiert, so dass für den Verbraucher nur selten ersichtlich ist, ob es sich um eine regionale Urproduktion handelt oder lediglich der Hersteller seinen Sitz in der angegebenen Region hat. 


GMP und Sicherheit bei Baby- und Kinderkosmetik

Im Rahmen des Projekts hat das LKL BW in Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden 12 Betriebskontrollen bei Herstellern von Baby-/ Kinderkosmetik durchgeführt. Sieben Kontrollen wurden zudem gemeinsam mit den Sachverständigen des CVUA Karlsruhe durchgeführt. Überprüft werden sollten u.a. die Einhaltung der guten Herstellungspraxis (GMP) und der Anforderungen an die Produktsicherheit. Zusammenfassend ließ sich feststellen, dass die grundlegenden Anforderungen zwar von allen Firmen berücksichtigt wurden, die Umsetzung in Teilbereichen jedoch nicht immer ausreichend war. Auffälligkeiten gab es z.B. bei der Lage und Gestaltung der Räumlichkeiten (z.B. Sauberkeit, Instandhaltung, Lagerung Rohstoffe), den Spezifikationen für Rohstoffe und Zwischen-/Endprodukte, Sicherheitsberichten oder Werbeaussagen (z.B. „ohne Konservierungs-stoffe“). Das Projekt wurde 2017 abgeschlossen.

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Abb. 3                      

 

Eigenkontrollsysteme für MOSH/MOAH in Schokolade

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Abb. 4

In den letzten Jahren wurden in verschiedenen Schokoladenprodukten Spuren von Mineralölbestandteilen (MOSH/MOAH) nachgewiesen. Unter anderem deswegen führte das LKL BW im Frühjahr 2017 dieses Projekt zusammen mit dem CVUA Stuttgart durch. Im Fokus stand die Überprüfung von Eigenkontrollsystemen zur Vermeidung von MOSH/MOAH in Schokoladenerzeugnissen. Das CVUA Stuttgart stellte einen entsprechenden Fragenkatalog zur Verfügung, der von insgesamt sechs Unternehmen ausgefüllt wurde. Die Auswertung erfolgte durch das LKL BW zusammen mit dem CVUA Stuttgart. Es wurde ersichtlich, dass das Problembewusstsein hinsichtlich einer Kontamination mit Mineralölkomponenten bei den Unternehmen unterschiedlich stark ausgeprägt war. Vier Firmen hatten die relevanten Kontaminationsrisiken identifiziert und verfügten über Ablaufpläne und Kontrollprogramme. Zwei Firmen berücksichtigten die MOSH/MOAH-Problematik noch nicht ausreichend in ihren HACCP-Konzepten.

Hygienesatus und Eigenkontrollsysteme von Großbäckereien

Das Projekt wurde bereits im Jahr 2016 weitestgehend abgeschlossen. Seitdem erfolgen Kontrollen innerhalb des Projekts nach Bedarf bzw. mit einem Umfang von drei bis vier Kontrollen im Jahr.
Einige Bäckereien hatten Probleme mit Schädlingen (Käfer, Mäuse) und der allgemeinen Hygiene. Viele Bäckereien hatten kein oder ein fehlerhaftes HACCP-Konzept. Das HACCP Konzept wird betriebsintern erstellt, um Risiken zu identifizieren und Gefahren vorzubeugen.

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Abb. 5            

 

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